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Formula - Anzeiger
Lasse Fahrn dominiert auf dem Hockenheimring
Auch beim GP von Deutschland hatten die Fahrer keine echte Reifenwahl. Wiederholter Dauerregen zwang die Piloten zu den altbewährten Regenreifen und umsichtiger Fahrweise. Der auf den ersten Blick langweilige Kurs von Hockenheim, schien kein großartiges Rennfieber aufkommen zu lassen, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Lasse Fahrn konnte schon beim Qualifiing, trotz der Hockenheimer Wetterkapriolen, die ersten nachdenklichen Gesichter bei den Technikerteams der Konkurrenten erzeugen. Das große Rätselraten um Tankvolumen und eine angeblich neue Reifenmischung startete, nachdem der Schwede grandiose Rundenzeiten hinlegte und sich die Pole-Position sicherte. Mit seinem ureigenen Humor kommentierte er: "Da brauchste nix einzustellen! Musst die Kiste halt einfach fahren können." Und das bewies er im Rennen glamourös.

Auch wenn Fahrn in der ersten Runde die Führungsposition abgeben mußte, beherrschte er das Rennen durchweg. Als Belohnung kann nun auch "der Alte Schwede" seinen ersten Start-Ziel-Sieg vorweisen. Direkt vom Start ging es in die Nordkurve und die amateurhaften Schaltfehler von Vignoble und M`Boulage
brachte lautes Gelächter in die Zuschauerränge und den Piloten die letzten Plätze ein. Anschließend entwickelte sich das Rennen jedoch zu einem hochklassigem Lauf mit andauernden Positionswechseln und Rangeleien. Hier wurde keinem Fahrer freiwillig ein Zentimeter geschenkt. Die harten Zweikämpfe erbrachten in Hockenheim erstaunlich wenig unerwünschte Kaltverformungen und ernsthafte Schäden. Lediglich Kara M`Boulage fuhr zuerst in der Jim-Clark-Kurve (Bremskurve1) auf Lasse Fahrn auf, mit dem Ergebnis eines demolierten Frontspoiler, und wurde direkt am Ausgang der Agip-Kurve von Alla Prost attackiert und leicht am Heck beschädigt.

Ende der ersten Runde tobte Alsace Grand Vignoble, nachdem er als erstes zum Nachtanken und Reifenwechsel in die Box steuerte. Beim Reifenwechsel versagte ein Druckluftschrauber, sein Boxenteam verpatzte gnadenlos und sämtliche nachfolgenden Piloten fuhren vor ihm aus der Gasse. Obwohl eigenes Verschulden die Positionsverluste begründeten, legte das Yellow-Bomber-Team nach dem Rennen Beschwerde über die Geschwindigkeitsregelung in der Gasse bei der FIA ein. Diese gab heute in Abstimmung mit allen Teams eine Reglement-Änderung für die kommende Saison bekannt. Zukünftig darf nach
dem Boxenstop nur noch im 3.Gang gestartet werden. Hiermit soll die Attraktivität einer Null-Stop-Strategie erhöht werden, die bisher zu wenig belohnt wurde. Die angedachte Regel, das der Pilot als erstes aus der Box startet, der auch als erstes einfährt, selbst wenn die Box in der Gasse weiter hinten liegt, wurde einstimmig abgelehnt.

Vignoble krachte kurz vor dem Ziel in ein Stück des Heckflügels von M´Boulage (Crash mit Prost), das den Augen der Pistenkontrolleure entgangen war, entging aber ernsthaften Schäden. Am Ende sicherte Lasse Fahrn seinen Vorsprung souverän ins Ziel. Kara M´Boulage konnte dank 2-facher Stallorder den Anschluß an den Schweden noch herstellen, aber es reichte wieder nur für Platz 2. Hugo Chello machte mit dem 3.Platz das Podest komplett und konnte damit seine WM-Führung halten. Seerföllänkken hat sein Bestform hinter sich gelassen und kam erneut nur auf Platz 4. Mit Vignoble´s 5.Platz konnte das Team Yellow Bombers stark in der Konstuktionswertung punkten und sich von den unterbesetzten Teams absetzen. Das Talent Alla Prost legte zwar eine starke und ambitioniert gefahrene 1.Runde vor, leider reichte es letztendlich nur für Platz 6. Ihm fehlt wohl noch die nötige Coolness und ein Quentchen Glück, um auf dem Siegerpodest zu stehen. |npa|

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