vorherige Ausgabe GP von Ungarn [Budapest] vom 07.07.2003 nächste Ausgabe

Formula - Anzeiger
Schuhgewachs siegt ungefährdet
Der Hungaroring sah ein hartes, von gnadenlosen Kämpfen um die Positionen und gegen das eigene Material geprägtes Rennen, an dessen Ende Michael Schuhgewachs einen souveränen Sieg einfuhr. Schon in der ersten Startkurve begann Seerföllänkken, der von Position 4 gestartet war, mit einem leichten Rempler gegen Kara M´Boulages Boliden, der jedoch glücklicherweise ohne große Schäden für beide blieb und lediglich Mikas Reifen wie in einer Sauna qualmen ließ.

Casino-Kurve
Seerföllänkken qualmt

Vignoble nutzte die allgemein etablierte Kamikaze-Fahrweise, er schob sich von Startplatz 7 an Position 4, wobei er den auf Polposition gestarteten Wrobing hinter sich ließ, der einen miserablen Start hingelegt hatte und mittlerweile nur noch Fünfter war.
Kurz darauf Entsetzen im Team Intim, Schuhgewachs Wagen schien langsamer zu werden - Verdacht auf Motorschaden. Zum Glück fing sich der Motor wieder und Schuhgewachs konnte seinen geplanten
Boxenstop ohne Aussteigen und Schieben durchführen.
Schuhgewachs nach dem Rennen: "Ein ganz schöner Schock! Plötzlich war das Gas weg, ich dachte schon das Rennen ist gelaufen, dann kam er wieder und ich bin sofort in die Box. Es ist ein Wunder, daß es am Ende noch zum Sieg gereicht hat!" Team Intim gab als Grund des kurzzeitigen Ausfalls ein wahrscheinliches Aussetzen der Benzinzufuhr an. Genaueres konnte der Rennstall jedoch noch nicht angeben.
Weniger Glück hatte Seerföllenken, der sich Dank seiner gnadenlosen Fahrweise in Kurve 12 verbremste und einen spektakulären Dreher hinlegte. Er konnte zwar weiterfahren, aber im Kampf um die Plätze war der Finne ausgeschieden und enttäuschte wieder einmal sein Team und die Fans.
Während Schuhgewachs, Prost und Seerföllenkken einen Boxenstopp hinlegen mussten, fuhren die anderen Fahrer auf die Einmal-Stop-Strategie, die ihnen jedoch kaum Vorteile brachte.
Der zweite Teil des Rennes wurde trotz bestem Puszta - Rennwetters zu einer Materialschlacht, in dessen Folge erst Vignoble einen fahrtechnischen Aussetzer hatte und sich verbremste, Hugo Chello, der in Ungarn, so ganz ungewohnt, dem Feld hinterherfuhr, eine Ölspur zum Sambatanzen zwang und dann Lasse Fahrn in Kurve 5 und Wrobing in Kurve 9 leicht das Kiesbett durchpflügten, aber beide ohne nennenswerten Schäden davonkamen.
Der Schwede bekam durch seinem Ausflug wohl Spaß an der Rallye und quälte seinen Boliden, der es ihm kurz vor Rennende mit einem klassischen Motorplatzer dankte und ihn zum Fußmarsch in die Box zwang.

Casino-Kurve
Schwedisches Rallyeergebnis

Lasse nach dem Rennen:" Entweder ich will gewinnen oder ich mach einen Sonntagsausflug. Da kam mein Wagen halt nicht mit." Alter Schwede, welch eine Einstellung!
Am Ende hatte Team Intim mit einem ersten und dritten Platz, Alla Prost scheint auf der Überholspur zu sein, einen überzeugende Leistung hingelegt und Kritiker, die nach den letzen Rennen von Zufallssiegen sprach, Lügen gestraft. Kara M´Boulage rettete mit seinem zweiten Platz die Ehre des Beck´s Teams, das auch weiterhin in einer anderen Liga zu spielen scheint und mit Platz Eins in Team und Fahrerwertung überzeugt. Hugo Chello scheint noch nicht aus seinem Leistungstief heraus zu sein, was doch noch auf eine spannendes Saisonende hoffen lässt und ein paar Überraschungen bringen könnte. |mjr|

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